Als ich vor mittlerweile fast zwei Jahrzehnten im damaligen Lehrbetrieb mein erstes Pedal baute, war noch nicht absehbar, wohin sich dieser Weg entwickeln würde.
Ausgehend von einem ersten Prototyp wurde das Pedal über die Jahre hinweg kontinuierlich und in kleinen, gezielten Schritten weiterentwickelt. Statt sich mit Kompromissen zufriedenzugeben, wurden ungelöste Themen bewusst zur Seite gelegt, bis sich eine schlüssige und technisch saubere Lösung ergeben hat.
Das Ziel war von Anfang an, ein Pedal zu schaffen, das dem Spieler alle Möglichkeiten offenlässt, sein eigenes Setup zu finden. Ein Pedal, das im Grundsetup ausgewogen und effizient läuft, zugleich aber genügend Spielraum für experimentelle Einstellungen bietet. Überall dort, wo ein Stimmschlüssel passt, lassen sich Parameter verändern und in unterschiedlichsten Kombinationen nutzen.
Durch meine Arbeit mit ACD ist in den vergangenen Jahren ein enger Austausch mit kreativen Köpfen und Musikern aus unterschiedlichsten Genres entstanden, von Heavy Metal bis Swing und Jazz. Die praktischen Erfahrungen aus Proberaum, Studio und Touralltag sind direkt in die Weiterentwicklung und Konstruktion des Pedals eingeflossen.
Nach dem großen Zuspruch aus der Drumming-Community und den vielen positiven Rückmeldungen zur Darwin-Serie war es an der Zeit für ein konsequentes Update. Die bewährte Konstruktion wurde in den vergangenen Jahren gezielt weiterentwickelt, um das letzte Maß an Effizienz und Performance herauszuholen.
Kurz gesagt: Darwin FTW.
Ein Pedal sollte dem Fuß in jeder Situation ergonomisch folgen. Für ein optimales Ergebnis hat es sich bewährt, die Konstruktion gezielt an den linken und rechten Fuß anzupassen.
Um dies zu erreichen, wurde die Konstruktion des rechten Pedals für den linken Fuß konsequent gespiegelt. Unabhängig davon, ob es sich um ein Einzel-, Doppel- oder Mittelpedal handelt, befinden
sich die Säulen jeweils an der Innenkante. Dadurch entsteht nach außen hin deutlich mehr Freiraum.
Neben dem ästhetischen Aspekt ermöglicht diese Bauweise uneingeschränkten Platz für Slide-Techniken sowie für weitere spielerische Experimente.
Die klassische Geometrie.
Die Trittplatte besteht aus einem beweglichen Bereich und einem festen Fersenteil.
Durch den kürzeren Hebel ergibt sich ein tendenziell massereicheres, direkteres Spielgefühl.
Wenn es etwas mehr sein darf.
Die Gesamtlänge entspricht der Kombination aus Shortboard und festem Fersenteil.
Durch den verlängerten Hebel ergibt sich ein leichteres, direkteres Spielgefühl und zusätzlicher Spielraum für Experimente.
Short- und Longboard teilen sich die gleiche Bodenplatte. Dadurch lassen sich die Boards mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit tauschen.
Im Fersenbereich sorgt eine großzügig dimensionierte Kugellagerung für hohe Stabilität und einen leichtgängigen Bewegungsablauf.
Wie bereits erwähnt, ist das Darwin konsequent auf Vielseitigkeit ausgelegt. Neben den umfangreichen Grundeinstellungen wie Hoopklemme, Federspannung sowie Beater- und Trittplattenwinkel entfaltet das Pedal sein volles Potenzial im Bereich des Antriebs.
Die Konstruktion erlaubt wahlweise den Einsatz von Band- oder Direktantrieb sowie einen unkomplizierten Wechsel zwischen beiden Varianten.
Ein zentrales Merkmal ist dabei der Einstellmechanismus der Antriebs-Cam in Kombination mit dem Trittplattenanschluss. Diese Abstimmung ermöglicht einen außergewöhnlich großen Dynamikumfang und eine sehr feine Kontrolle über das Spielgefühl.
Neben dem eingesetzten Antriebsmaterial wirken beim Spielgefühl immer mehrere Faktoren zusammen. Pauschale Aussagen lassen sich daher nur eingeschränkt treffen.
Band- und Direktantrieb unterscheiden sich in erster Linie im Abrollverhalten. Diese Eigenschaften können beim Darwin, abhängig vom Setup, gezielt gedämpft oder verstärkt werden.
Vereinfacht gesagt wird die eingebrachte Energie beim Bandantrieb über den Bewegungsweg tendenziell gleichmäßiger aufgebaut, während sie beim Direktantrieb eher unmittelbarer übertragen wird.
Aus diesem Grund empfehle ich den Bandantrieb grundsätzlich für alle, die ein vielseitiges, effizientes und natürliches Spielgefühl suchen. Er bietet eine sehr ausgewogene Basis und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für unterschiedlichste Setups.
Durch die Kombination aus Cam-Einstellung, Hebelverhältnissen sowie Beater- und Trittplattenwinkel lassen sich diese Charakteristika jedoch bewusst verschieben oder sogar ins Gegenteil verkehren. In der Praxis entstehen dadurch sehr unterschiedliche, teils überraschende Ergebnisse.
Der Bandantrieb ist eine konsequente Alternative zur Kette und bietet, dank moderner Materialien, einen ruhigeren Lauf bei deutlich reduzierter unerwünschter Schwungmasse.
Das Zugband wurde in Zusammenarbeit mit einem deutschen Riemenhersteller entwickelt. Es besteht aus einem dünnen Nylon-/Kevlar-Verbund mit einer Neoprenschicht auf der Auflageseite. Das Ergebnis ist ein laufruhiger, hochfester und praktisch verschleißfreier Antrieb.
Die Bandlänge lässt sich an der Trittplatte stufenlos einstellen. Dadurch kann die Trittplattenhöhe unabhängig vom eigentlichen Antriebsstrang optimiert werden.
Die Geometrie der Laufrolle (Cam) verfügt über eine definierte Abrisskante. Durch Drehen der Cam kann diese Kante je nach Bedarf verstärkt oder vollständig entschärft werden. Wird sie hervorgehoben, erhält der Beater im letzten Abschnitt der Drehbewegung eine zusätzliche Beschleunigung.
Darüber hinaus lässt sich die Cam auf Basis des Riemenantriebs stufenlos von einer runden bis zu einer stark exzentrischen Antriebsform verstellen.
Durch die Kombination dieser beiden Parameter ergeben sich weitreichende Möglichkeiten, die Laufeigenschaften des Pedals sehr gezielt an die eigenen Vorlieben anzupassen.
Der Direktantrieb hat sich über die vergangenen Jahre als interessante Alternative zu Band- und Kettenantrieben etabliert und eine eigene, treue Anhängerschaft gefunden.
Beim Darwin greift der Direktantrieb auf dieselben konstruktiven Grundlagen zurück wie der Bandantrieb. Die geteilte Antriebs-Cam in Kombination mit dem Ankerpunkt an der Trittplatte ermöglicht eine umfangreiche und stufenlose Verstellung des Hebelverhältnisses.
In Verbindung mit dem unabhängig einstellbaren Trittplattenwinkel sowie der zusätzlichen Rotationsmöglichkeit der Cam ergibt sich ein sehr breites Spektrum an Spielgefühlen. Je nach Einstellung kann die Kraftübertragung sehr direkt und unmittelbar oder kontrollierter und gleichmäßiger ausfallen.
Der Direktantrieb reagiert besonders sensibel auf Änderungen in der Geometrie. Kleine Anpassungen können spürbare Auswirkungen auf Dynamik, Rückmeldung und Gesamtcharakter haben.
Durch diese Vielfalt an Einstellmöglichkeiten eignet sich der Direktantrieb nicht nur für klar definierte Vorlieben, sondern lädt ausdrücklich dazu ein, mit verschiedenen Konfigurationen zu experimentieren und das Pedal sehr gezielt an den eigenen Spielstil anzupassen.
Die Hoopklemme wurde als eigenständige Einheit konzipiert, um eine Verstellung in Längs- und Querrichtung zu ermöglichen.
Zum einen lässt sich so der Abstand zum Fell exakt einstellen, sodass der Beater am höchsten Punkt der Bewegung auf das Fell trifft und nicht darüber hinaus überdrehen muss. Zum anderen ermöglicht diese Konstruktion beim Singlepedal eine saubere Zentrierung des Beaters und beim Doppelpedal eine mittige Ausrichtung der Symmetrieachse beider Beater auf dem Fell.
Der Spannreifen selbst wird dabei zwischen griffige und zugleich schonende Gummipuffer geklemmt.
Oft unterschätzt, ist die Federgeometrie eines der zentralen Elemente einer Fußmaschine.
Während der Entwicklung der Prototypen wurde intensiv mit unterschiedlichen Federlängen, Federraten und Materialien experimentiert, ebenso mit Winkeln und Abständen innerhalb der Mechanik. Das Ergebnis ist eine Leistungscharakteristik, die bei vielen herkömmlichen Pedalen erst mit sehr hoher Grundspannung erreichbar ist.
Durch die optimierte Geometrie spielt sich das Pedal bereits bei niedriger Grundspannung direkt und kontrolliert, mit einer lebendigen und effizienten Dynamik.
Die Zugfeder ist an beiden Enden kugelgelagert aufgehängt und lässt sich über einen leichtgängigen Slider werkzeuglos einstellen. Der Zugang ist so ausgelegt, dass Anpassungen schnell und unkompliziert möglich sind, auch während des Spielens.
Zahlreiche Referenzmarkierungen unterstützen bei der Wahl des Setups, erleichtern das Wiederfinden einmal eingestellter Konfigurationen und fördern den Austausch unterschiedlicher Setups innerhalb der ACD-Community.
(Abbildung zeigt eine frühere Version)
Die Verbindungsstange, auch DriveShaft genannt, entspricht dem bereits als Upgrade bekannten Ultimate DriveShaft. Es handelt sich um eine reine Aluminiumkonstruktion, die rundum kugelgelagert, leicht vorgespannt und vollständig spielfrei ausgeführt ist. Zur Verstärkung der Gewinde sind durchgehend Edelstahleinsätze integriert.
Das Pedal wird standardmäßig mit dem Dynamic Beater ausgeliefert.
Dieser besteht aus einer Aluminiumkonstruktion mit optimierter Geometrie sowie austauschbaren Zusatzgewichten und Schlagflächen.
Ein Pedal gehört, ähnlich wie die Snare, zu den prägenden und essenziellen Bestandteilen des eigenen Setups. Gerade unterwegs oder auf Reisen möchte man ungern auf das vertraute Spielgefühl
verzichten.
Mit rund zwei Kilogramm als Einzelpedal und knapp viereinhalb Kilogramm als Doppelpedal ist das Darwin auch auf Flugreisen ein unkomplizierter Begleiter im Handgepäck. Bei Bedarf lässt sich die Hauptsäule mit wenigen Handgriffen von der Bodenplatte lösen und platzsparend im mitgelieferten Rucksack verstauen.
Der Rucksack bietet neben dem Pedal ausreichend Platz für Zubehör, Kleinteile und ein 13"-Notebook. Die Inneneinteilung ist flexibel anpassbar. Wird weniger zusätzlicher Stauraum benötigt, lassen sich Einzel- und Doppelpedal auch aufgeklappt und spielbereit unterbringen.
Als Alternative zum Rucksack und speziell für den raueren Tour-Alltag kann das Darwin auch in einem Kunststoff-Hardcase geliefert werden. Lasergeschnittene Schaumstoffeinsätze sind jeweils auf Einzel-, Doppel- oder Mittelpedal abgestimmt und sorgen für einen sicheren und schonenden Transport.
Das Darwin FTW ist als Einzel-, Doppel- und Mittelpedal erhältlich und kann sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder ausgeführt werden.
In der Basiskonfiguration stehen verschiedene Kombinationen aus Footboard- und Antriebsvarianten zur Auswahl.
Doppel- und Mittelpedale lassen sich mit wenigen Handgriffen in zwei Einzelpedale umbauen.
Hierfür wird lediglich der DriveShaft demontiert und der Beater umgesetzt.
Wie alle meine Produkte werden auch die Pedale in Kleinserie gefertigt und von Hand gebaut.
Aktuelle Informationen zu Verfügbarkeit und Lieferzeiten finden sich hier: Verfügbarkeit.
Zum Online-Shop geht es hier.
Ein persönlicher Austausch ist mir wichtig. Für weitere Fragen, Wünsche oder Anregungen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.